MANTRAS

Die Sprache der Götter

 

 

 

Was Sind Mantras ?

Vom Wortursprung her betrachtet ist ein Mantra ein Werkzeug des Denkens oder des Geistes. Das Wort kommt aus dem Sanskrit und setzt sich aus den Silben man für Geist, Denken und tra für Werkzeug zusammen. Eine Silbe, ein Wort, ein oder mehrere Sätze oder eine Passage aus heiligen Schriften können als Mantra verwendet werde, das heißt, sie werden wiederholt rezitiert. In allen Kulturen ist der Gottes oder der Göttin ein Wort der Kraft.
Das grundlegende, universelle Mantra besteht ist jedoch der Atem. Viel traditionelle Mantras bestehen lediglich aus ein paar Vokalen und Konsonanten.
Doch selbst wenn eine lautmalerische Silbenfolge scheinbar keine inhaltliche Bedeutung hat, besitzt der Buchstabe eine bestimmte Schwingung. Diese Energiebotschaft kann auch in Form von Zahlen ausgedrückt werden. Im Hebräischen gibt es sogar kein eigenen Zeichne für die Zahlen. Jeder Buchstabe, jeder Laut übt eine spezifische Wirkung aus und hat außerdem eine symbolische Bedeutung. Manche trantrischen  Lehrer ( Tantrismus: Form des tibetischen Buddhismus ) ordnen jedem Buchstaben eine Körperzone oder ein feinstoffliches Zentrum ( Chakra ) zu.

Viele Mantras sind an bestimmte religiöse Praktiken und Ritualen gebunden, die eine gewisse Lehrzeit verlangen und für Nichteingeweihte manchmal sogar tabu sind. Die meisten Mantras lassen sich nicht wörtlich übersetzen, sondern nur auf verschiedenen Deutungsebenen interpretieren. Sanskrit, Aramäisch, Hebräisch und Arabisch sind zudem Sprachen, bei denen ein Wort viele Bedeutungsebene
haben kann, so dass jeder je nach Wissen- und Bewusstseinstand etwas anderes aus ihm heraushört oder herausliest, vor allem bei tiefgründigen religiösen und philosophischen Texten. Mantras sind damit sehr vielseitig. Sie sind mehr als die Summe der einzelnen Worte- und Silbenbestandteile. In einen Mantra können mystische Lehren ausgedrückt und verständlich gemacht werden. Mantras sind also auch verdichtete Informationen. In einer heiligen Mantra-Formel kann der Inhalt eines mehrbändiges erleuchtenden Werkes stecken, ähnlich wie in einer mathematischen oder physikalischen Formel vielschichtige Sachverhalt zusammengefasst sind - man denkt nur an Einsteins E = mc² ( Energie ist gleich Masse mal Geschwindigkeit im Quadrat, eine zentrale Aussage der speziellen Relativitätstheorie ). Vor allem im tantischen Buddhismus werden verschiedene Keim-Mantras ( Bija-Mantras ), wie zum Beispiel Krim, benutzt, die buchstäblich die Schwingungen eines bestimmten göttlichen Aspekts wiedergeben ( hier: die Göttin Kali ) und mit ihm identisch sind.

Für den Eingeweihten, der das Mantra korrekt zu rezitieren versteht, entfaltet sich innerlich mit der Zeit die Klangenergie genauso wie ein Same, der zu keimen beginnt. Mantras wirken wie ein rhythmischer Code oder ein Symbol für innere Erfahrungen und Bewusstseinszustände. Dies Erfahrungen und Zustände sind theoretisch für jeden in ähnlicher Weise erreichbar, weil wir als Menschen kollektiv denselben Bedingungen und Gesetzen unterworfen sind. Sie werden jedoch stets von jedem einzelnen auf seine Weise durchschnitten und stellen somit auch etwas Persönlich dar. Niemand kann es uns abnehmen, innere Erkenntnisse zu gewinnen oder zu spirituellen Einsichten zu gelangen. Jeder muss sich selber auf den Weg manchen. Mantras erschließen sich somit nicht einfach über den Kopf; sie verlangen kein rein verstandesgesteuertes, intellektuelles Verstehen. Sie sollen auch gefühlsmäßig und seelisch erfasst werden. Als Urklänge werden sie über das Sein erfahren und auf allen Ebenen von Körper, Geist und Herz integriert. Das Geschenk, das ein Mantra bietet, ist die Brücke zu sein, über die wir gehen können, um göttliche Seelenkräfte zu berühren, mit ihnen bereits hier auf Erden zu verschmelzen und sie hier zu manifestieren. Diese Seelenkräfte sind wie das Mantra selbst Ausdruck des Urklanges der Schöpfung.     


 

Die Wirkungen von Vokalen

Vokale öffnen den Körper und ermöglichen den Zugang zu den dort gespeicherten Gefühlen, Erinnerungen und Informationen.

Zuordnung sind:
A
= Herz, Brustraum, Einheit
E = obere Brust, Hals und Kehle; Kontakt, Heiterkeit
I =  Nacken, Hals, Kopf, Nerven, Gehirn; wasche Konzentration, Freude,
       kämpferische Entschlossenheit    
O = Körpermitte, Gemüt und Herz; Feierlichkeit
U = Becken, Unterleib; Erdung, Tiefe und Wärme Verbindung des Tiefsten
       mit dem Höchsten

 

Die Wirkungen von Konsonanten

Wenig stark als die öffnenden Vokale wirken Konsonanten. Sie scheinen vorzugsweise Klangakzente zu setzen z.B. :

F = massiert die Beckenbodenmuskulatur; wirkt vitalisierend, Impuls gebend
H = verstärkt die Wirkung aller Vokalen
L = macht im Becken weit und weich; wirkt lockernd, wärmend
M = regt den Kreislauf an, weckt Nerven und Gehirn; wirkt vibrierend,
        wärmend
N = schwingt im Schultergürtel, erfrisch die Augen und Gehirn; schärft die
       Sinne
B/D/G und K/P/T = stimuliert mal weicher und mal fester Rippen und
           Zwergfell; wirkt belebend
R = verbindet Kehle und Beckenboden; wirkt stimulierend
S/Sch = zentriert unterhalb des Nabels

 

Die Chakras

 

 


1. Muladhara = Wurzel- oder auch Basis-Chakra
Sitz: an der Basis der Wirbelsäule, zwischen After und Geschlechtsteilen
Vier Blütenblätter:  Vam, Sham, Sham, Sam
Bija-Mantra : Lam

2. Svadhishthana = Sakral- oder Sexual-Chakra
Sitz: eine Handbreite unterhalb des Bauchnabels
Sechs Blütenblätter : Bam, Bham, Mam, Yam, Ram, Lam
Bija-Mantra: Vam

3. Manipura = Solarplexus-Chakra
Sitz: oberhalb der Magengrube
Zehn Blütenblatter : Dam, Dham, Nam, Tam, Tham, Nam, Pam, Pham
Bija Mantra: Ram

4. Anahata = Herz-Chakra
Sitz: Mitte des Brustbeuns
Zwölf Blütenblätter : Kam, Kham; Gam, Gham, Ngam, Gham, Chham
Jam, Jham, Nyam, Tam, Tham
Bija-Mantra: Yam

5. Vishuddha = Kehl-Chakra
Sitz: Hals
Sechzehn Blütenblätter : Am, Am, Im, Im, Um, Um, Rim, Rim, Lrim, Lrim, Em, Aim, Om, Aum, Am, Ah
Bija- Mantra: Ham

6. Ajan = Stirn-Chakra
Sitz: zwischen den Augenbrauen
Zwei Blütenblätter : Ham, Ksham
( das heißt 2 x 48 = 96 Blütenblätter )
Bija-Mantra: Om

7. Sahasrara = Scheitel- oder Kronen-Chakra
Sitz: über dem Scheitel
Tausend Blütenblätter :  die fünfzig Buchstaben des Sanskrit-Alphabetes,
die wiederholt werden
Bija-Mantra: alle Töne

Lotusblüte - gilt als Reinhaltssymbol, weil die Blätter sauber aus dem Schlamm auf die Oberfläche kommen.
In der buddhistischen Lehre symbolisiert sie auch reinen Geist und Erleuchtung.
Die Anzahl der Blütenblätter symbolisiert Energielinien durch die, die Energie eintritt.
 

 

Die Wirkung des Mantra- Rezitierens beruht auch darauf, das der Klang der eigenen Stimme zum Heilmittel wird. Die eigene Stimme besitzt für uns eine positive Energie. Mit dem Atem und klangvoller Stimme ist es möglich, über die Grenzen von Zeit und Raum hinweg in Verbindung mit unserem Höheren Selbst und unseren Seelenführer zu treten. Die Chakras, die Schnittstelle zwischen materiellen und geistiger Welt, wirken dabei als Vermittler. Mantras sind auch dazu gedacht, uns auf kosmische Rhythmen, auf die höheren Frequenzen der Seele und dem Göttlichen einzuschwingen. Der Weg dorthin lässt sich nicht allgemeingültig, vorschreiben; jeder wird mit dem in Resonanz gehen, was seinem Wesenkern entspricht.


Mantras im Christentum

Im Westen kam man seit dem 1960er Jahren durch Hatha-Yoga mit Mantras
stärker in Berührung, vor allem mit dem mystischen Ton Om. Als denn Maharishi Mahesh Yogi die Transzendentale Meditation bekannt machte und verbreitete, in der Mantras eine wichtige Rolle spielen, wurden viele Amerikaner und Europäer in ihre persönlichen ( Sanskrit ) Mantras eingeweiht, um es täglich zu rezitieren und darüber zu meditieren. Von dieser und anderen östlichen Meditationstechniken unter Einsatz von Atem und Klang ging für westliche Suchende eine große Faszination aus. Es schien vergessen zu sein, dass Mantras und Japa ( die regelmäßig Wiederholung des Mantras ) auch im christlichen Abendland eine verbreitete Form praktischer Spiritualität sind. Selbst die im Osten als Mala bezeichnete Gebetskette gibt es in der Form des Rosenkranzes auch bei uns. Im Christentum dienten seit Frühzeit Bibeltexte, vor allem die Psalmen des Alten Testamentes, als Mantra. Aus dem Psalmodieren, dem Singen der Psalmen, entstand der gregorianische Choral, der dieselbe Wirkung wie das Singen von Mantras erzeugte. Allerdings sind christliche "Mantras" durch die Kirche oftmals zur Begrüßung eingesetzt worden.        

Quelle:
Mantras
Die Sprache der Götter
von Christine Stecher

 

Das große tibetische Mantra

Om Mani Padme Hum

2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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